Von Fres­ko­ma­le­rei bis Noti­on: Pro­duk­ti­vi­täts­hacks für die moder­ne Zeit

by | Pro­duk­ti­vi­tät

Lese­dau­er: 10 min.

Wäh­rend mei­nes Urlaubs habe ich auf ArteTV eine Doku­men­ta­ti­on über Fres­ken­ma­le­rei, von Fres­co = Frisch, ange­schaut. Als Mensch der ger­ne spon­tan the­men­über­grei­fend Ver­knüp­fun­gen her­stellt, ist mir beim Zuse­hen ein klei­ner Gedan­ke durch den Kopf geschossen.

War Giot­to ein Pro­duk­ti­vi­täts­held? Also beson­ders pro­duk­tiv und nachhaltig?

In der Doku­men­ta­ti­on wur­den ver­schie­de­ne Arten der Fres­ko­ma­le­rie gezeigt. Unter­and­e­rem wur­de eine Basi­li­ka gezeigt, deren Fres­ko­ma­le­rien kon­stant erhal­ten wer­den. Der Restau­ra­tor führ­te aus, dass Giot­to beson­ders gut gemalt hat­te und sei­ne Male­rei­en und Far­ben bis heu­te sehr gut erhal­ten sei­en. Im Gegen­satz zu sei­nem Leh­rer Chi­ma­bue.

Die Bezeich­nung Fres­ko­ma­le­rei bezeich­net das Vor­ge­hen beim Malen, indem fri­scher Putz auf­ge­tra­gen wird und auf den noch feuch­ten Unter­grund gemalt wird. Auf die­se Wei­se ver­bin­det sich die Far­be opti­mal und bleibt sehr lan­ge erhalten.

Beim Fres­ko trägt man also jeden Tag nur so viel Putz auf, wie man es schafft die­sen zu bema­len – die soge­nann­ten Gior­na­ta. Bis heu­te kann man die­se Mal­ab­schnit­te an unter­schied­lich gefärb­ten Berei­chen erken­nen, weil die Far­be unter­schied­lich ein­zog oder der Farb­ton nicht ganz gleich ange­rührt wurde.

Giot­to und die Freskomalerie

Giot­to war dar­in Mei­ster, weil er sehr gut abschät­zen konn­te, wie weit er pro Tag kom­men wür­de. Sein Leh­rer trug viel grös­se­re Flä­chen Putz aufs Mal auf und arbei­te­te viel län­ge­re Tage als sein Lehr­ling. Durch die Arbeits­wei­se von Cima­bue sind heu­te sei­ne Male­rei­en schlech­ter erhal­ten, weil er auf bereits trocke­nen Putz malte.

Mei­ne Einsichten

Die­se zwei Arbeits­stra­te­gien lehr­ten mich etwas über Pro­duk­ti­vi­tät und Nachhaltigkeit:

  1. Wer sei­ne Tages­zie­le gut ein­schät­zen (lernt), arbei­tet pro Tag eine “gesun­de” Men­ge an Stun­den (als heu­te), dafür bleibt die Arbeit bes­ser erhalten.
  2. Wie kann ich her­aus­fin­den, wie­viel ich pro Tag schaf­fen kann, ohne auszutrocknen?
  3. Wie kann ich mei­ne Arbeit in Tages-Etappen planen?
Intense Work vs Lazy Work

Foto von Janis Ozolins

Die Bedeu­tung der Giornatas

Für mich zeigt dies auf, dass man sei­ne Gior­na­tas nicht voll­stop­fen soll­te, son­dern sei­ne Arbeits­zeit ein­schrän­ken und weni­ge wich­ti­ge Tages­zie­le set­zen sollte.

Giot­to hat­te den Vor­teil, dass sei­ne Arbeits­wei­se und Arbeits­re­sul­tat greif- und sicht­bar sind.

Für uns Wis­sens­ar­bei­ter, mei­stens am Com­pu­ter tip­pend, müs­sen wir ande­re Stra­te­gien fin­den, wie wir unse­re Tage und Tages­re­sul­ta­te greif- und mess­bar machen.

Ich hat­te zeit­wei­lig ein Tortenkunst-Business; auch dort waren die Arbeits­re­sul­ta­te greif- und ess­bar. Aber die gesam­te Arbeit war auf­bau­end und seri­ell. Wenn der Kuchen gebacken war, konn­te ich nicht zurück und an den Zuta­ten schrau­ben. Unter­lief mir in der Her­stel­lung ein Feh­ler, konn­te ich nicht zurück­spuh­len oder Cmd + Z tip­pen. Das ist der Vor­teil mit Com­pu­tern, ich kann meh­re­re Din­ge par­al­lel tun und kann auch frü­he­re Arbei­ten noch­mals überarbeiten.

Die­ser tech­no­lo­gi­sche Vor­teil, die­se gros­se Fle­xi­bi­li­tät, birgt für uns die Her­aus­for­de­rung, für uns selbst eine Struk­tur zu geben. Heu­te ist nicht mehr der feuch­te Putz die Mass­ein­heit, son­dern wir.

Beispiel der Linien, die eine Giornata kennzeichnen

Eine Gior­na­ta von Michel­an­ge­lo, Six­ti­ni­sche Kapelle

Beispiel der Linien, die eine Giornata kennzeichnen

Eine Gior­na­ta von Giot­to, Cap­pel­la degli Scrovegni

So wirst du auch zum Giotto

Nach­fol­gend eini­ge Stra­te­gien und Werk­zeu­ge, die dir hel­fen dei­ne eige­nen “Gior­na­tas” zu iden­ti­fi­zie­ren und Pro­duk­ti­vi­tät zu stei­gern. Sie sind auf­bau­end geord­net und ich emp­feh­le dir bei eins zu beginnen.

Sei dir bewusst, dass nicht jede Stra­te­gie zu dir passt. Einer­seits hat man Prä­fe­ren­zen, ande­rer­seits hast du viel­leicht eine Tätig­keit, die dir nicht viel Gestal­tungs­raum bie­tet und du zu einem hohen Grad fremd­be­stimmt bist.

Trift Letz­te­res auf dich zu, habe ich wei­ter unten einen Para­gra­phen dazu geschrieben.

  1. Zeit­pro­to­koll führen

    Zuerst musst du wis­sen, was du genau jeden Tag tust. Damit du “Daten­ma­te­ri­al” zur Selbst­ana­ly­se erhältst, emp­feh­le ich dir ein Zeit­pro­to­koll zu füh­ren. Ich emp­feh­le dir eine Woche lang dei­ne Arbeits­ta­ge mit einer Eier­uhr in 30 Minu­ten Inter­val­len auf­zu­tei­len. Jedes­mal wenn der Alarm los­geht, schreibst du auf, was du in den letz­ten 30 Minu­ten getan hast.Keep it simp­le: ein Blatt Papier neben dei­ner Maus reicht aus. Die Erfas­sung soll schnell gehen.
    Kate­go­ri­sie­re die Ein­hei­ten am Ende des Tages. Ich unter­tei­le dies zum Bei­spiel fol­gen­de Berei­che: Admin, Buch­hal­tung, Ver­kauf, Mar­ke­ting, Lei­stungs­er­brin­gung, Business-Entwicklung, Ler­nen – für dich als rei­ne Inspiration.

    Ich emp­feh­le die Zeitprotokoll-Führung nicht in Noti­on zu füh­ren (aus­ser, du schaffst es immer einen eige­nen Tab dafür offen zu hal­ten). Son­dern auf einem linier­ten Blatt. Du kannst auch eine Tabel­le mit Zeit­fen­stern bereits abfül­len und aus­ge­druckt auf dei­nen Arbeits­platz legen.

  2. Pomodoro-Technik

    Wenn du weisst, was zu tun ist, aber nicht abschät­zen kannst, wie lan­ge das Was geht.
    Mit der Pomodoro-Technik unter­teilt man sei­ne Arbeit in kur­ze Inter­val­le (z. B. 25 Minu­ten), gefolgt von einer kur­zen Pau­se (z. B. 5 Minu­ten).
    Durch das Fest­le­gen in Zeit­ab­schnit­te, die Arbei­ten und Pau­sen beinhal­ten, powerst du dich nicht aus. Gleich­zei­tig steigt dei­ne Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit durch die kur­zen Pau­sen.
    Nut­ze zudem dei­ne Pau­sen für etwas Augen­trai­ning, wenn du oft am Bild­schirm arbei­test.
    Falls du kei­ne Ideen hast, was du in dei­nen Pau­sen dir Gutes tun könn­test, wei­ter unten habe ich eini­ge Ideen für dei­ne Pomodoro-Pausen zusammengestellt.

    Du kannst die Pomodoro-Technik mit Punkt 1 kom­bi­nie­ren. Aber Vor­sicht! Weni­ger ist mehr. Wenn du bei­de Metho­den noch nie gemacht hast, dann bit­te nicht kom­bi­nie­ren. Du willst dir, aus Effizienz-Gedanken, nicht zu viel von dir abverlangen!

  3. Auf­ga­ben prio­ri­sie­ren mit Eisenhower-Matrix

    Erst wenn du weisst, wie lan­ge etwas geht und was zu tun ist, kannst du prio­ri­sie­ren. Mit der Eisenhower-Matrix-Methode teilst du dei­ne Auf­ga­ben in vier Qua­dran­ten ein.

    • Wich­tig und Dringend
    • Wich­tig aber nicht Dringend
    • Drin­gend aber nicht Wichtig
    • Nicht Drin­gend und nicht Wichtig

    Es hat bei mir recht lan­ge gedau­ert, bis ich die­se Metho­de in den Griff bekam. Weni­ger weil ich das Prin­zip nicht ver­stand, son­dern weil ich es echt her­aus­for­dernd fand, Auf­ga­ben zu prio­ri­sie­ren. Zu ger­ne ver­wei­le ich bei Auf­ga­ben die Spass machen oder mir bekannt sind, anstel­le Wich­tig und Drin­gend zuerst anzu­ge­hen.
    Was wirk­lich wich­tig ist, ist ein Lern­pro­zess. In der Theo­rie klingt es immer mega nach­voll­zieh­bar, in der Pra­xis hat man es mit sei­nen eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten zu tun. Und um dar­um geht es schluss­end­lich bei die­ser Metho­de; sich selbst anzu­trai­nie­ren, das Wich­ti­ge zuerst anzugehen.

  4. Füh­re To-Do-Listen

    Ohne Absicht oder Zwang alles erle­di­gen zu wol­lenUm mein Hirn frei zu bekom­men, habe ich ange­fan­gen ein­fach alle Auf­ga­ben auf­zu­schrei­ben. Aber ohne Frist. Ich füge höch­stens mehr Kon­text hin­zu und kate­go­ri­sie­re sie in Berei­che wie unter Punkt 1 erwähnt.Später gehe ich durch die Liste mit Auf­ga­ben die nicht erle­digt sind und kei­ne Frist ent­hal­ten. Mit etwas zeit­li­cher Distanz wird vie­les hin­fäl­lig oder ist schlicht mehr nachvollziehbar…Meine Haupt­mo­ti­va­ti­on ist, dass ich mei­nen Kopf frei­be­kom­me und so mei­ner Aufgaben-FOMO ent­ge­gen­wir­ken kann. So kann ich dann spä­ter durch die Liste durch, prio­ri­sie­ren und Fri­sten setzen.Am Ende des Tages, der Woche oder des Monats sehe ich wohin mei­ne Zeit ging. Durch die Kate­go­ri­sie­rung in Berei­che kann ich sogar sehen, wo ich die mei­ste Zeit investiere.

    Mache ich alles in Notion.

  5. Arbeits­blöcke festlegen

    Anstatt den gan­zen Tag durch ver­schie­de­ne Auf­ga­ben zu sprin­gen, kannst du dir the­ma­ti­sche Schwer­punk­te fest­le­gen und über die gan­ze Woche planen.Hast du dei­ne Auf­ga­ben und Pro­jek­te kate­go­ri­siert, kannst du zum ent­spre­chen­den Zeit­punkt den the­ma­ti­schen Schwer­punkt vornehmen.Dieses Vor­ge­hen ermög­licht dir mit tie­fer Kon­zen­tra­ti­on an etwas zu arbei­ten. Wäh­le die­ses Vor­ge­hen, wenn du krea­tiv oder kon­zep­tio­nell arbei­ten willst und die Aufgabe/Projekt kei­ne Rou­ti­ne­tä­tig­keit ist.Ich emp­feh­le dir die­se Arbeits­blöcke grob anzu­le­gen, z.B als farb­li­che Berei­che in dei­nem Kalen­der oder als klei­ner Notiz-Zettel am Bild­schirm. Bit­te hier nicht zu sehr in die Tie­fe gehen.

  6. Lei­stungs­kur­ve analysieren

    Wenn du weisst, wann du am mei­sten Ener­gie hast, dann kannst du dei­nen Tag danach aus­rich­ten – sofern du die Mög­lich­keit dazu besteht.Meine Lei­stungs­kur­ve ich am besten ver­ste­hen, indem ich mich auf Ener­gie­tiefs konzentrierte:

    • Wann füh­le ich mich müde?
    • Wann len­ke ich mit seich­ter Unter­hal­tung (Social Media, You­tube, Zei­tung lesen) ab, weil ich müde bin?
    • Wann ich bin mit mir fru­striert, dass ich nicht lei­sten kann?
    • Wel­che Wir­kung hat Nah­rungs­mit­tel­auf­nah­me auf mich?
    • Was kann ich tun, um mir eine kur­ze und nach­hal­ti­ge Entspannung/Pause zu ver­schaf­fen? Wel­che gibt mir nach­her noch­mals ein klei­ne­res Leistungshoch?

    Heu­te habe ich einen gro­ben Para­me­ter, wann ich am lei­stungs­fä­hig­sten bin. Fine­tu­ning mache damit nicht. Kann ja sein, dass sich das wie­der ändert. Wes­halb ich mir gegen­über lie­ber offen blei­be und mich beobachte.

  7. Rou­ti­nen und Gewohn­hei­ten entwickeln

    Wel­che Rou­ti­nen kann ich ent­wickeln, die mir mit der Zeit kei­ne Ent­schei­dung mehr abver­lan­gen? Je mehr Ent­schei­dun­gen und je fle­xi­bler mein Arbeits­tag ist, desto mehr ver­lan­ge ich von mei­nem Hirn ab. Das kön­nen Din­ge sein wie zur glei­chen Zeit auf­zu­ste­hen oder ins Bett zu gehen. Die glei­che Mor­gen­rou­ti­ne zu haben und den Arbeits­tag auf die glei­che Art zu been­den – idea­ler­wei­se auch über­trag­bar aufs Wochen­en­de. Ich wache z.B. am Wochen­en­de zur glei­chen Zeit auf – das ver­langt mir gar nichts ab. Es geschieht ein­fach → das soll­te dein Mess­kri­te­ri­um sein: WANN ist es für dich am einfachsten.

  8. Refle­xi­on und Anpassung

    Bit­te ver­fol­ge kein Kon­zept blind­lings. Bre­che jede Metho­de – und mache es pas­send für dich.Was funk­tio­niert? Was nicht? Und wie­so nicht? Reser­vie­re dir regel­mäs­sig Zeit­fen­ster, um zu reflek­tie­ren. Am besten funk­tio­nie­ren wöchent­li­che Refle­xio­nen, weil sie über­schau­bar und nicht zu klein sind. Täg­li­che Refle­xio­nen fin­de ich einen Over­kill und monat­li­che sind zu gros­se zeit­li­che Ein­hei­ten – man kann sich ein­fach nicht mehr erin­nern, was vor 3 Wochen lief.

Ideen für Pomodoro-Pausen

Wenn ich im “Arbeits­rausch” bin, dann fin­de ich es manch­mal schwie­rig, eine Pau­se ein­zu­le­gen. Denn ich bin dann oft etwas rat­los, weil ich gedank­lich so hoch fokus­siert war. Aus die­sem Grund habe ich mir eini­ge Ideen gesam­melt, was ich in die­sen Pau­sen tun kann und möch­te sie mit dir teilen:

  • Dehn­übun­gen, wie z.B. die­se von Lieb­scher & Bracht
  • 20–20-10 Augen­trai­ning für Bild­schirm­ar­bei­ten­de, alle 20 Minu­ten schaust du für 20 Sekun­den auf etwas das 10 Meter ent­fernt liegt. Dein Frei­pass ein­fach mal aus dem Fen­ster zu schau­en (Quel­le).
  • Stoss­lüf­ten
  • Geschirr­spü­ler ein­räu­men oder ausräumen
  • Trep­pen­haus hoch und run­ter gehen, sprin­gen oder hüpfen
  • Waden­mus­ku­la­tur über Trep­pen­ab­satz dehnen

Was ist, wenn mir mei­ne Arbeit kei­nen gros­sen Hand­lungs­spiel­raum gibt?

Ich ken­ne das. Ich habe jah­re­lang Tätig­kei­ten gehabt, wo ich Gewehr-bei-Fuss für ande­re bereit­ste­hen musste.

Von mir wur­de ein extrem hohes Mass an Fle­xi­bi­li­tät ver­langt und viel­leicht ist das bei dir ähnlich.

Das Pro­blem ent­steht, wenn man von einem Ange­stell­ten hohe Fle­xi­bi­li­tät für ande­re vor­aus­setzt UND viel Ver­ant­wor­tung abde­le­giert, Auf­ga­ben fer­tig zu stel­len. Je öfter ande­re einem ablen­ken dür­fen, desto schwie­ri­ger ist es an den eige­nen Auf­ga­ben dran­zu­blei­ben. Die kon­stan­te Unter­brech­nung kostet extrem viel Ener­gie und geht auf Kosten des eige­nen Verantwortungsbereichs.

Ob ein sol­ches Kon­strukt sinn­voll ist, ist ein The­ma für einen ande­ren Tag.

Die Fra­ge ist, wel­chen Ein­fluss­grad dir dei­ne Arbeit auf dei­ne Tages­ge­stal­tung lässt. Wenn die­ser Spiel­raum sehr klein ist, dann kannst du prak­tisch alle Werk­zeu­ge oben vergessen.

Aus­ser 1 und 8, lässt sich kaum etwas kon­stant verfolgen.

Ich schrei­be das auch, damit du dir kei­ne Vor­wür­fe machst und dich auf das Mach­ba­re kon­zen­trie­ren kannst.

Das Wich­tig­ste ist, dass du für dich ein Vor­ge­hen fin­dest, wie du dei­ne Tages­ab­läu­fe doku­men­tie­ren kannst.

Füh­re für dich ein Zeit­pro­to­koll: Drucke ein A4 Blatt mit einer Tabel­le und vor­ge­druck­ten Zei­ten aus.

Nimm dir zu Beginn nicht zu viel vor. Wenn dei­ne Arbeit einen hohen Grad an Fremd­be­stim­mung hat, dann musst du zuerst ein Bewusst­sein ent­wickeln, dass du dei­ne Zei­ten pro­to­kol­liertst (bevor du es dann tust). Set­ze dir ganz klei­ne Zie­le, wie z.B. dass du für jeden Tag min­de­stens 2h doku­men­tierst. Wenn du das regel­mäs­sig hin­be­kommst, dann stei­ge­re das. Wenn nicht, dann ver­klei­ne­re die Zielvorgabe.

Erst wenn du du meh­re­re (lücken­haf­te) Wochen zusam­men hast, ana­ly­sierst du dei­ne Dokumentation.

Reality-Check

Was du mit die­sen Übun­gen erken­nen wirst, kann ich nicht abschät­zen oder dir eine Pro­grno­se geben. Es geht nicht dar­um, WAS du ent­decken wirst, son­dern dass du ETWAS ent­decken und den Wunsch hast, dei­ne Tage und dei­ne Arbeit bes­ser zu verstehen.

Um mehr Kon­trol­le über dei­ne Zeit und die Zeit­ein­tei­lung zu errei­chen, geht es nicht dar­um, ans Ziel zu kom­men. Kei­ner kennt das Ziel. Und das ist auch richtig.

Bei allen Übun­gen geht es dar­um mehr Bewusst­sein zu ent­wickeln und Bewusst­sein kann man nie zuviel haben. Je mehr Klar­heit du für dich gewinnst, desto bes­ser kannst du eine Ver­än­de­rung einleiten.

Auch klein­ste Ände­run­gen ent­wickeln mit der Zeit eine gros­se Hebelwirkung.

Ein­fa­cher aus­ge­drückt: der Weg ist das Ziel.

Mei­ne Erfahrung

Aus mei­ner Pra­xis kann ich dir berich­ten, dass das jah­re­lan­ge Angestellt-Sein mich sehr stark auf eine Wei­se kon­di­tio­niert hat, die Arbeit­ge­bern dien­lich ist. Aber nicht mir, wenn ich ein eige­nes Busi­ness auf­bau­en will.

Ich hal­te es wie Sisy­phus, ich bleib ein­fach dran.

Ich weiss nicht wann ich den Stein über den Berg gescho­ben haben wer­de. Aber ich weiss, wenn ich dran­blei­be, wird es klappen.

Ich höh­le mei­ne undien­li­chen Kon­di­tio­nen mit ste­ten Trop­fen aus.

Haben dich die­se Zei­len inspi­riert oder dich an eine dei­ner Stra­te­gien erin­nert? Tei­le sie mit mir per Mail!